Nordportugal und Duoro – ein Fazit

Der Norden Portugals hat mehr Aufmerksamkeit verdient -hier und im richtigen Leben.
Sanfte, üppige Mittelgebirgslandschaften, aber auch karge schroffere Gebirgszüge sind dort anzutreffen. Im Winter sind die kurvigen Straßen so leer, dass 5 Autos schon einen Verkehrsstau bilden. Überall gibt es Relikte aus der Römerzeit und um alle sehenswerten sakralen Gebäude zu besichtigen, würden auch die 7 Leben einer Katze nicht ausreichen.
Es war eine Reise durch eine ausgesprochen abwechslungsreiche Natur, in der wir rund 2.500 km gefahren sind, selten auf Autobahnen, häufiger auf Nationalstraßen und zu meinem großen Vergnügen meist auf Nebenstraßen, deren Auswahl wir oft einfach Navigon überließen und selten dabei enttäuscht wurden.

Das Duoro-Tal ist ein absolutes muss für Genießer vergorener Traubensäfte. Dort wird weit mehr angebaut, als landläufig angnommen die Basis des Portweins. 80! unterschiedliche Rebsorten haben dort ein zuhause und ermöglichen eine Auswahl an hochwertigen Weinen auf verschiedensten Anbauflächen, die besten sicherlich in den Steillagen des Tales, wo ausschließlich Handarbeit bei der Ernte möglich ist.
Der Umstand, dass unsere Unterkunft in Chaves sich als nur bedingt wintergeeignet herausstellte, brachte uns nach Covelinhas, einem kleinen Dörfchen etwa 70 km flussaufwärts von Porto und machte es möglich, dass wir die reizenden Gastgeber Christina und Nuno Lemos nebst den zwei Söhnen Miguel und Tomás kennenlernen durften. Obwohl wir die Unterkunft Sonntagmorgens um 10:00Uhr erst gebucht hatten und dann auch noch früher ankamen als zunächst geplant und angekündigt, fühlten wir uns von Anfang an so herzlich Willkommen, wie bei einem Besuch von guten alten Freunden. Die beiden Abendessen im Kreis der Familie boten neben einem Einblick in Christinas hervorragende Kochkünste reichlich Information und Austausch. Wir freuen uns sehr, dass die beiden den Gegenbesuch schon zugesagt haben, denn die Chemie stimmte vom ersten Moment an und entsprechend schwer fiel uns die Abreise nach nur 2 Tagen.

Über die Sierra Estrela, die auch eher zum nördlichen Landesteil gerechnet werden kann, können wir wetterbedingt leider nur wenig berichten, außer, dass die Ein- und Ausblicke, die uns der häufige Nebel genehmigte, herrlich waren und wir wohl ein anderes Mal einen neuen Anlauf nehmen werden, die Landschaft dort zu bewundern.

Unser weiterer Weg führt uns jetzt in den Alentejo -der Region jenseits des Tejo- eine der ärmsten Landstriche Westeuropas, mit nur 20 Einwohnern pro km² eine sehr dünn besiedelte Region.

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